1. JugendPerspektivWerkstatt
In der Hauptstadt auf Suche nach Perspektiven für die Heimat RENÉ GAFFRON
BELZIG Junge Menschen wieder stärker für die eigene Region zu interessieren, sie aktiv ins Gemeinwesen einzubinden und ihnen Perspektiven in der Heimat aufzuzeigen, ist Anliegen lokaler Jugendnetzwerke. 13 gibt es in den fünf neuen Ländern.
Mehr als 100 Jugendliche im Alter zwischen 16 und 24 Jahren von dort kommen am Wochenende in Berlin zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und künftige Arbeitsfelder abzustecken. Aus dem Fläming fahren Ramona Bruck (17), Maria Dahms (18), Jonas Franke (14), Christoph Galle (19), Christin Lahn (18), Rudolf Münder (20), Monique Puff (18), Robert Pulz (23) und Anne Schwarz (15) in die Hauptstadt. In Jugendfeuerwehr, Schauspielgruppen oder Skaterszene gehören sie zu den Aktivisten und Meinungsführern.
"Die Veranstaltung soll dazu dienen, deren Verantwortung und Engagement für die Altersgefährten zu stärken", erklärt Andrea Isermann-Kühn von der Jugend-Netzwerkstelle Fläming. Mit dem Wiesenburger Jugendkoordinator Hans Tabel führt sie die Delegation an. Deren Mitglieder werden unter anderem berichten, wie sie die "Jkw in j.w.d. - Jugendkulturwoche in janz weit draußen" nach mehrjähriger Pause wieder belebt, mit drei Dutzend Angeboten aus Kultur, Sport, Politik und mehr zwischen Cammer und Medewitz gestaltet und dabei Kontakte genüpft haben, die auf Dauer genutzt werden sollen. "Denn es geht längst nicht allein um Freizeitgestaltung", wie Christin Lahn bestätigt. "Anregungen, wie junge Leute in die örtliche Wirtschaft eingebunden werden können und wie Schule passend zu den Anforderungen des Arbeitsmarktes organisiert werden kann", erhofft sich die Abiturientin von der Gesamtschule Belzig von dem dreitägigen Treffen.
Die Arbeit wird bislang praktisch finanziell von der Stiftung Demokratische Jugend aus dem Civitas-Programm des Bundes unterstützt, was unter anderem zwei halbe Personalstellen bedeutet, wo in Wiesenburg die Fäden zusammenlaufen. Ob dies so bleibt, ist ungewiss und wird nicht zuletzt vom Auftritt der lokalen Netzwerke abhängig sein.
Erste Ostdeutsche JugendPerspektivWerkstatt in Berlin
14.11.2006: Die über die Stiftung Demokratische Jugend und das Bundesprogramm CIVITAS geförderten Netzwerkstellen luden 100 Jugendliche aus 12 ostdeutschen Regionen zur Perspektivdiskussion nach Berlin ein!
Unter dem Motto jugend.mACHT.zUKUNFT trafen sich vom 10. bis 12. November 2006 rund 100 Jugendliche aus ganz Ostdeutschland in Berlin. Eingeladen zu der Konferenz hatten die Perspektive-Netzwerkstellen, gefördert durch die Stiftung Demokratische Jugend und das Bundesprogramm CIVITAS. StudentInnen, Auszubildende, Jugendliche ohne Schulabschluss oder Ausbildungsplatz und SchülerInnen kamen miteinander ins Gespräch, Nordlichter trafen auf Fläminger und Sachsen.
Aus dem Fläming nahmen 7 junge Menschen teil.
Die Jugendlichen wollen ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen und mitgestalten. Gemeinsam diskutierten sie Themen, die ihnen unter den Nägeln brennen: Arbeitslosigkeit, Fremdenfeindlichkeit, Kultur und Ausbildung, Jugendarbeit und Lebenswegfindung. In Film-, Theater- und Schreibwerkstätten entwickelten sie Ideen für ein attraktives, jugendgerechtes Gemeinwesen in ihren Heimatregionen. Dabei entstanden Gedichte zum Thema Kultur und Rechtsextremismus, Trickfilme setzten sich mit Arbeitslosigkeit auseinander, Thesenpapiere formulierten Vorschläge für eine bessere Berufsfrühorientierung und später bessere Ausbildung und vieles mehr. Die Ergebnisse der Konferenz sind Anregung und Auftrag für die zukünftige Arbeit der Perspektive-Netzwerkstellen.
Die Fläminger Jugendlichen warten bereits gespannt auf die Printdokumentation und den während der Werkstatt aufgenommenen Film, damit sie diesen in der Region zeigen können, und gemeinsam mit weiteren Interessierten am Thema regionale Perspektivansätze entwickeln können.
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